Die Kripp- und Hielöcher bei Frankershausen – für die einen „nur“ ein Wanderweg, für die anderen ein kleiner Trail

IMG 3968Die Kripp- und Hielöcher ist eine Karstlandschaft nahe des nordhessischen Hohen Meißner. Wer einen optimalen Ausgangspunkt für Wanderungen oder einen kleinen Lauf in schöner Natur haben will, sollte der spärlichen Beschilderung im Ort folgen, welche auf den Sportplatz hinweist. Zur rechten vom Ort kommend ist dann der Sportplatz mit einer Naturbahn, zur linken hinter den Feldern beginnen die Rundwanderwege durch die Hielöcher und rund um den großen und kleinen Marberg.

Auch wenn die Landschaft zum Schwelgen verleitet, so empfehle ich eindeutig sich an die Wege zu halten und insbesondere die Kripplöcher nur mit einem ortskundigen Führer zu besuchen. Im Gebiet der Kripplöcher besteht erhöhte Einsturzgefahr. Auch wenn der letzte größere bekannte Unfall aus dem Jahr 1958 datiert, wo ein Kuhgespann samt Kuh und Kutscher in dem 31 m tiefen und später nach dem Unfall benannten Kuhloch verschwand, so ist der Untergrund dort dermaßen porös das abseits gesicherter Pfade Lebensgefahr besteht.

Die Wortteile Kripp und Hie sagen aus um was es sich hier handelt. Kripp steht für Krippe und bedeutet Vertiefung. Das Wort Hie steht für Höhle. Das Gebiet ist die Hinterlassenschaft eines 250 Millionen Jahre altem Zechsteinmeer und besteht in erster Linie aus Kalk- und Dolomitgesteinen, die im Laufe der Zeit von Wasser bearbeitet wurde. Noch heute arbeitet das Wasser im Untergrund fleißig weiter, so das Veränderungen der Landschaft in diesem Naturschutzgebiet im Laufe der Jahre nicht auszuschließen sind.

Im Naturschutzgebiet befinden sich viele Wacholdersträucher, was dem Beinamen Wacholderheide erklärt. Und ab und zu ist in diesem Gebiet der Frankershäuser Wacholdermann – ein als Wacholderbusch verkleideter Schutzgeist und Werbebotschafter des Gebietes zu sehen.

IMG 3940Die natürliche Umgebung bringt einige rare Pflanzen zum Vorschein wie das Dreizähnige Knabenkraut, eine Wildorchidee, diverse Falter und Schmetterlinge, Eidechsen und das regional bekannte Meißnerlamm. Gut, das Lamm ist nicht so selten, trägt aber mit der Beweidung des Gebiets zum Erhalt der Landschaft bei.

Durch das Gebiet führen mehrere Rundwege zwischen 3 und 4,5 Kilometern. Der längste Weg führt durch die Hielöcher und dazu an den Karstquellen der Bäche Kressenborn und Breitenborn, sowie an der Oberndorf- und Blaumühle vorbei. Den Quellen gab übrigens der verschollene Ort Borne die Namen, und die Oberndorfmühle steht auf dem Gebiet des mittlerweile ebenfalls verschwundenen Dorfes Oberndorf, welche etwa im 14. und 15. Jahrhundert durch die Grafen von Bilstein bewirtschaftet wurden.

Die Rundwege sind gut ausgeschildert, wenn auch nicht immer 100%ig sichtbar. Oft führen die Wege über Wiesen und der Verlauf ist nur dank des nächsten Schildes oder der nächst erreichbaren Sitzgelegenheit zu erahnen, was aber relativ leichtfällt.
Auch wenn man meint man hat hier einen einfachen Weg vor sich sollte sicheren Trittes sein. Mal ist ein Loch mitten im Weg und an einer Passage ist der Weg auf einem kurzen Teilstück nur so breit wie ein Fuß und direkt daneben geht es bergab. Wer sich aber trotzdem traut, erkundet egal ob laufend oder wandernd ein interessantes Stück Natur.

IMG 3993Müll hinterlassen ist hier im Naturschutzgebiet natürlich ein NoGo, genauso sollte man die Pflanzen und Tiere – die zu meist unter Artenschutz stehen – in Ruhe lassen. Ansehen, Fotografieren ist erlaubt – pflücken, ausgraben oder ausreißen sollte man bitte bleiben lassen.

Wer zu den Fleischessern gehört kann das bekannte Meissnerlamm, was einem sicher auf mehreren Weiden um die Kripplöchern oder in größeren Herden am Meißner begegnet im Gasthof Schindewolf in der Ortsmitte, oder aber auch im Waldgasthaus am Kupferbach beim Jugenddorf auf dem Hohen Meißner genießen. Hier lohnt sich auch ein Abstecher zum Barfusspfad.

 

 

Rundweg - Frankerhausen - Kripp- und Hielöcher und zum großen Marstein (22 Downloads)
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