Ausgeblüht

Einmal so Ende Juni oder Anfang Juli fahre ich seit einigen Jahren nach Germerode um durch Mohnfeldern zu wandern. Dort wird seit geraumer Zeit Schlafmohn angebaut, welcher zu medizinischen Produkten, manchmal aber auch zu Kuchen oder Likeur wird. Die rosaroten Felder, wechseln sich mit bläulichen irgendeiner Futterpflanze, sowie Weizen-, Gerste- und Dinkelfeldern ab, durch die die Landwirte einen Weg gemäht und gewalzt haben.

Der Weg ist je nach Jahr so 3, 4 Kilometer lang und diesen kann man je nach Laune teilweise mit Abstechern, z. B. Entlang des dortigen Panoramawegs verlängern oder verkürzen. Und eine Scheune – heute Mohntenne genannt – lädt zu Kaffee und Kuchen ein. Die Mohnblüte ist quasi zu einer Art Happening geworden.In diesem Jahr begann die Blüte gefühlt relativ früh. Es folgte wechselhaftes Wetter und dann kam die Meldung in der Zeitung: “Die Blüte neigt sich dem Ende entgegen…” Noch am selben Tag nahm ich also die Fotoausrüstung und pilgerte in Richtung des Mohnwanderweges. Zahlreiche Menschen waren unterwegs. Etwas übel stieß, mir dabei ein Typ auf, der sich in Planwagen an einem Traktor ziehen ließ und dabei sichtlich alkoholisiert weiter Schnäpse runterkippte und alles was drumherum lief blöd anlaberte. Man lerne: Alkohol macht selten locker, dafür aber oft dumm. Schlimm wird es, wenn man sich später nicht erinnern kann, was man gemacht hat. Und gerade letzteres ist der Grund warum ich seit Jahren keinen Alkohol mehr trinke.

Nun war ich in den Feldern und wunderte mich über eine Fotografin mit einer Kompaktkamera, die sichtlich alles Fotografierte. Ich stellte mir irgendwie die Frage nach dem Motiv. Auf dem Abschnitt wo wir zeitgleich unterwegs waren, waren zwar Felder, aber kaum was was es sich zu Fotografieren lohnte.

Das erste Mohnfeld kam und die Blüte neigte sich nicht dem Ende entgegen. Es war einfach ausgeblüht. Nur noch Kapseln, aber keine rosa Blütenblätter mehr. Die Meldung in der Zeitung kam da doch etwas spät. Schade.

Schade, war auch das was lief oder besser nicht lief. Den ersten großen Anstieg mühte ich mich hinhauf nur damit danach meine reche Hüfte mir klarmachte, das sie das nicht mag. Nicht nur meine Hüfte machte nicht mit, auch das Luftholen lief nicht optimal. Ich zog, wie es Terence Hill mal in einem der Haudrauf-Western so schön sagte, Nebenluft und Hustete vor mich hin. Das Notspray lag natürlich im Auto, da ich es lange nicht mehr brauchte.

Meine Vermutung ist, das das neue Mittel mit dem schwächeren Entzündungshemmer leider eben nicht ausreicht. Denn so Ausschläge unter Belastung kannte ich eigentlich schon lange nich mehr.

Der Weg zog sich. Wieder kam ein Feld, wieder sollte es bergauf gehen. Meine Hüfte rebellierte mittlerweile. Und ich ging nicht in das nächste Feld, sondern den geteerten Weg bergab direkt in Richtung Mohntenne und Auto.

An dem Weg sah ich die einzigen wenigen Mohnblüten. Das kleine Tal war wohl schattig genug, das hier die Blüten etwas länger brauchten. Nur wer sich auf dem offiziellen Weg begeben hat, konnte diese natürlich nicht sehen.

Ich war etwas frustriert. Frustiert das die Meldung, das es sich ausgeblüht hat, so spät kam, noch mehr aber, das sowas einfaches wie ein Fotospaziergang für mich so blöd lief.

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