Komm mit auf eine Zeitreise

Die Zeit kann grausam sein. Nehmen wir einen Laufanfänger, dieser misstraut seiner Stoppuhr sicherlich, weil diese viel zu langsam auf die Sollzeit von 2 Minuten zustrebt. Genau die Zeit wo das Tempo wieder vom Laufen zum normalen Schritttempo fallen darf. Der alten Frau, die im Rollstuhl sitzt, kann die Zeit nicht schnell genug vergehen, bis abends der Sohn von der getanen Arbeit wieder nach Hause kommt. Und ich stelle irgendwie fest, das das Jahr wieder fast vorbei ist, und irgendwie sich kaum was getan hat.

Kaum, was getan? Nein, so kann man es nicht sagen. Getan hat sich so einiges. Ende 2017 habe ich meinen alten Job verlassen nur um das Johannisfest in diesem Jahr herum einen neuen Job zu finden. Computer um einem rum, von morgens bis abends.

Der ein oder andere wird nun sagen: „Das hattest Du vorher doch auch schon?“. Aber ich konnte vorher nie sagen, das meine Kollegen genauso bekloppt sind, wie ich und das dies auch noch stimmte und in diesem Fall absolut positiv gemeint ist. 

Vorher war ich kaufmännischer Angestellter mit Teilzeit-Administrator Einstellung, nun bin ich Supporter einer Spartensoftware. Kunden die Probleme mit dem Programm haben, diese lösen oder ggf. den Programmierern diese so übersetzen, das diese die Probleme im Programm eliminieren oder praktische „Work-arrounds“ herausgeben können. Daneben noch Dokumentationen erstellen, Einstellen von Schnittstellen, Softwaretests und zu einem kleinen teil wieder stellvertretende Administration, das ist mein neuer Alltag.

Dies gepaart mit Gleitzeit, einem sehr umgänglichen und um seine Mitarbeiter sehr bemühten Chef. Wenn ich das ganze rückwirkend betrachte, muss ich leider gestehen, das es schade ist das so ein Wechsel nicht früher zustande gekommen ist.

Es ist vielleicht vier, fünf Jahre her, da saß ich schon mal in der entsprechenden Behörde, wo man mir sagte „das ein Berufswechsel nicht so einfach sei“. Als ich dann, arbeitssuchender Weise Bewerbung um Bewerbung schrieb und dann von passenden Spezialisten bearbeitet, wurde kam dann der Weckruf „Sie haben so viele andere Fähigkeiten, warum probieren sie es nicht als…“

Und genau das ist die Kurzversion, davon wie ich in einem neuen beruflichen Umfeld gelandet bin. 

Natürlich ist es schon eine Umgewöhnung, wenn größere Aufgaben plötzlich im Team erledigt werden. Zu neuen Funktionen gibt es Besprechungen, wo auch schon mal der Chef, wenn die Argumente gut sind, von seiner ursprünglichen Meinung abweicht.

Fast 20 Jahre in einem Job und man lernt nicht nur neue Inhalte, sondern auch das Arbeiten auch ein Miteinander, nicht nur ein Neben- und schon gar nicht ein Gegeneinander sein kann. 

Ich muss zugeben: Es hat sich viel zum positiven entwickelt. 

Wie ruft ein Microsoftkunde bei Problemen um Hilfe? Wisst Ihr nicht, ganz einfach F1, F1, F1… wenn ich mal ein Problem mit dem Kunden habe versuche ich dies in unserem Programm nachzustellen und wenn ich nicht weiterkomme lasse ich es mir von Kollegen die das Programm bis zur Vergasung in und auswendig kennen erklären.

Dafür ging es mit Sport nicht viel weiter. Zu wenig Zeit. Ein neues Berufsumfeld heißt viel lernen, aufholen, sich wissen aneignen, was man vorher nicht hatte. Da stand Sport eben hinten an.

Was ich gemacht hatte, war ein bis in den Sommer rein reichendes Sportprogramm, was etwas von Seniorengymastik oder Catchen für Nilpferde hatte. Vermutlich war es beides gleichzeitig. 

„Jetzt heben wir mal den rechten Fuss und lassen diese schwingen. Ganz locke schwingen und nun kreisen und schwingen…“ Es war glaube ich der Moment wo wir schwingen, kreisen und in die Hocke gehen sollten, wo ich das erste Mal unsanft auf der Matte landete.

Drei Sachen auf einmal? Hallo, ich bin ein Mann und Männer können eben kein Multitasking. Genauso wenig wie Männer sich keine Gebrauchsanleitungen durchlesen. 

Irgendwann war das Budget verbraucht, eine Folgebehandlung gab es nicht, schon beim dran denken tat mir körperlich alles weh und so blieb lange durch die Gegend gehen, das was man als Bewegungstechnischen Ausgleich bezeichnen konnte.

Im Gegensatz zu anderen kann ich zum Jahresende getrost sagen, das 3 von 4 Kilometern einer App auf zwei Beinen gemacht wurden. 

Mein Knie muckt, die rechte Hüfte schmerzt sporadisch und die Suche nach einem neuen Lungenarzt gestaltet sich schwierig. Zumindest wenn man nicht 2 Stunden hin und 2 Stunden wieder zurück fahren will, für etwa 20-30 Minuten Untersuchung und eine nachfolgende Besprechung.

Dazu meinte eine Hand mehrere Wochen nicht richtig funktionieren zu müssen. Eine nervliche Sache, die erst nach der Einnahme von Entzündungshemmern schlagartig besser wurde.

Viel Zeit ist vergangen, zuviel… doch immerhin so langsam ist Land in Sicht. Und Zeit… Zeit sich Träume zu erfüllen.

Hat Dir gefallen, was Du gelesen hat? Dann kannst Du mir helfen und diesen Beitrag fleißig in den sozialen Medien teilen. So gibst Du anderen eine Chance meine Beiträge ebenfalls zu lesen. Natürlich kannst Du, wenn Du zum Thema des Beitrags etwas zu sagen hast, gerne einen Kommentar da lassen. Auch hierüber würde ich mich natürlich freuen. Und wenn Du Up2Date bleiben willst, dann abonniere unsere Seite in den diversen sozialen Netzen, dann geht Dir keiner meiner Beiträge mehr verloren.